Aktionäre und Steuern

Einleitung

Sparer, die in Aktien investieren, können auf zweifache Weise von ihrer Geldanlage profitieren: Zum einen von Dividenden, Bezugsrechten und Gratisaktien, zum anderen von Wertsteigerungen. Gerade die zweite Komponente ist die interessantere, aber auch die riskantere. Aktien werden an der Börse gehandelt und verändern sich in ihrem Wert täglich. Daher stellt die Geldanlage in Aktien ein größeres Risiko dar als die Anlage in festverzinslichen Wertpapieren. Sie bietet auf der anderen Seite aber auch die weitaus größere Gewinnchance. Die Aktie als Risikopapier bietet attraktive Renditeaussichten sowie die Möglichkeit von Kursverlusten.

Positiv war bislang die Tatsache zu bewerten, dass das Finanzamt die Erträge aus der Aktienanlage nur moderat erfasst hatte: Kursgewinne blieben nach einem Jahr Haltedauer bleiben steuerfrei und Dividenden sowie Spekulationserträge wuerden nur zur Hälfte besteuert. Diese Vorzugsbehandlung ist unter der Abgeltungsteuer nicht nur entfallen, aus der Aktien sind sogar einer der großen Verlierer der Systemumstellung an Neujahr 2009 - und dies aus vier Gründen:

  • Kursgewinne sind stets und nicht nur innerhalb der Spekulationsfrist steuerpflichtig.
  • Realisierte Verluste können - im Gegensatz zu allen anderen Wertpapierarten - nur mit Aktiengewinnen und keinen anderen positiven Kapitaleinnahmen verrechnet werden.
  • Das Halbeinkünfteverfahren für Dividenden und Kurzfristgewinne entfällt.
  • Der Aufwand für die Aktienanlage lässt sich nicht mehr als Werbungskosten absetzen.

Die nachfolgenden Kapitel geben einen Überblick zu den aktuell noch gültigen Regelungen und einen Ausblick auf die Abgeltungsteuer.

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