Sonderausgabenabzug

Der unmittelbar Begünstigte darf und sollte (!) den Gesamtbeitrag, bestehend aus Eigenbeitrag und Altersvorsorgezulage, in seiner Steuererklärung bis zu einem bestimmten Höchstbetrag als Sonderausgaben geltend machen (§ 10a EStG).

Der Altersvorsorgehöchstbetrag beträgt in den Jahren:

2002 und 2003 525 Euro
2004 und 2005 1.050 Euro
2006 und 2007 1.575 Euro
ab 2008 2.100 Euro

Beachte:
Der neue Altersvorsorgehöchstbetrag wird zusätzlich zum bisherigen Vorsorgehöchstbetrag nach § 10 EStG bzw. ab 2005 zu den neuen Höchstbeträgen für Altersvorsorgeaufwendungen und andere Vorsorgeaufwendungen gewährt. Hieran hat sich auch durch das Bürgerentlastungsgesetz nichts geändert, wonach sich Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge ab 2010 deutlich besser von der Steuer absetzen lassen.

Hinweis:
Für die Einkommensteuererklärung 2009 müssen Riester-Sparer mit der Anlage Vorsorgeaufwand ein neues Formular ausfüllen. Dafür gibt es die Anlage AV ab 2009 nicht mehr, die für den Sonderausgabenabzug bei den Riester-Beiträgen Bedeutung hatte. Auf dem neuen Formular können Steuerzahler alle Angaben zu allgemeinen Vorsorgeaufwendungen, wie Krankenkassen- und bestimmte Versicherungsbeiträge, sowie Ausgaben für die Altersvorsorge, insbesondere Riester-Rente, eintragen. Ein lediger Arbeitnehmer, der neben seinem Gehalt keine weiteren Einkünfte hat, muss für seine Steuererklärung 2009 standardmäßig nur drei Formulare auszufüllen: Das sind der Mantelbogen (Vordruck ESt 1A) sowie die Anlagen N (für Angaben zum Arbeitslohn und zu seinen Werbungskosten) und Vorsorgeaufwand. Der Arbeitnehmer kann stattdessen auch die vereinfachte Einkommensteuererklärung für Arbeitnehmer (Vordruck ESt 1V) und die Anlage Vorsorgeaufwand verwenden.

Gehören beide Ehegatten zum begünstigten Personenkreis, steht beiden jeweils gesondert der Sonderausgabenabzug zu.

Gehört hingegen nur ein Ehegatte dem begünstigten Personenkreis an, und hat der andere Ehegatte einen abgeleiteten Zulagenanspruch, können die Eigenbeiträge beider Ehegatten (soweit der nicht zum begünstigten Personenkreis gehörende Ehegatte überhaupt freiwillig einen Eigenbeitrag geleistet hat) zzgl. beider Zulagen nur beim begünstigten Ehegatten bis zum jeweiligen Altersvorsorgehöchstbetrag als Sonderausgaben abgezogen werden. Der Höchstbetrag verdoppelt sich also nicht (§ 10a Abs. 3 Satz 2 EStG).

Beispiel:
Ehegatte A ist rentenversicherungspflichtig und bezieht ein Bruttogehalt in Höhe von 50.000 Euro. Ehegatte B ist selbstständig und damit nur mittelbar begünstigt. Der von A geleistete Mindesteigenbeitrag in Höhe von 1.461 Euro ist eingehalten. Über den Mindesteigenbeitrag hinaus kann A auch die Zulagen von beiden in Höhe von 228 Euro als Sonderausgaben gem. § 10a EStG abziehen, sodass sich für A insgesamt ein Sonderausgabenabzug in Höhe von 1.689 Euro ergibt (maximal möglich jedoch nur 1.575 Euro).

Ein evtl. von B freiwillig auf den Vertrag geleisteter Eigenbeitrag wäre beim Sonderausgabenabzug des A daher nicht mehr zu berücksichtigen.

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